Sieben Experten-Thesen zur Zukunft der Arbeit

Sieben Experten-Thesen zur Zukunft der Arbeit

Marlene Borchardt

Kevin Friedersdorf ist Co-Gründer von Mandarin Medien. (Foto: Mandarin Medien)

(2019) Der digitale Wandel krempelt ländliche Regionen um – und bietet neue Chancen. Kevin Friedersdorf ist Co-Gründer von Mandarin Medien und ist sich sicher: Nur wer seinen Angestellten Weiterentwicklung bietet, kann sein Unternehmen voranbringen.

„Wir müssen darüber reden, wie wir miteinander arbeiten“, meint Kevin Friedersdorf, Gründer von Mandarin Medien. Seit über 15 Jahren betreibt er zusammen mit seinem Co-Gründer Martin Klemkow Mandarin Medien, in Schwerin, eine Digital-Agentur für Online-Marketing, Digitalisierung und Recruiting. In seinem Magazin „Grow Smarter“ geht es um „New Work“, also die Zukunft des Arbeitslebens und Weiterbildung. Mit „Made in MV“ verleiht das Magazin nun einen Preis an Menschen aus Mecklenburg-Vorpommern, die besonderes leisten in den Bereichen Digitalisierung, Marketing und New Work.

Außerdem engagiert er sich bei den Zukunftsmachern: „Der Verein ist für Unternehmer, die eine besondere Verantwortung ihren Mitarbeitern gegenüber sehen.“

Hier sind seine sieben Thesen zum Thema Arbeit:

  1. Keine überbordenden Überstunden. Agenturleben, das klingt nach 14-Stunden-Tagen, Wochenend- und Nachtschichten. Bei Mandarin läuft das anders, so Friedersdorf: „Diese Kultur des Leute-Verbrennens, das war uns immer suspekt. Unser Credo war immer: Wir bauen einen Laden indem wir gerne selber arbeiten wollen. Glückliche Mitarbeiter, glückliche Kunden und ja: die Zahlen müssen stimmen.“
  2. Arbeitszeiten & Sabattical „Bei uns konnte man sich relativ früh wählen, zu welchen Zeiten man arbeitet. Wenn Arbeit zu meinem privaten Rhythmus passt, ich die Arbeit aus dem Ausland oder ein Sabattical gestalten kann, kommtfrischer Wind in die Köpfe und den Laden. Das ist wahnsinnig wichtig. Und zahlt sich am Schluss auch aus.“Remote arbeiten ist gut. Meistens zumindest. “Wir haben Leute die sind der Liebe wegen nach Hamburg oder Jena gezogen und arbeiten dann sozusagen im Home-Office oder im Co-Working-Space für uns. In den anderen Fällen gilt: „Immer dann wenn jemand remote arbeitet, aber dadurch Stress bei anderen entsteht, dann geht es nicht.“ 
  3. Weiterbildung ist wichtig. „Bildung war für uns immer eine essentieller Teil. Deshalb soll unsere Crew wöchentlich vier Stunden in Bildung investieren. Jedes Team macht es wie es mag. Ab 12 treffen sich freitags die Entwickler und arbeiten vier Stunden an neuen Technologien. Das Marketing-Team arbeitet zwei mal zwei Stunden die Wochen an Weiterbildung.“ Jedes Team macht es so wie es in ihren Arbeitsrhythmus passt: „Unternehmen müssen sich nicht wundern wenn sie sich nicht weiterentwickeln, wenn sich ihre Mitarbeiter nicht weiterentwickeln können.“
  4. Man muss auch mal was wegwerfen können. „Innovation und Information überrollen uns gefühlt, dafür muss man sich mal Zeit nehmen, neue Software zu lernen und Dinge auszuprobieren und auch den Mut haben sie wieder Wegzuwerfen.“ Was bleibt ist die Erkenntnis. 
  5. Freiheit der Arbeitsmittel. „Es gibt bestimmte Arbeitsmittel oder Software, die wir benutzen, und das ist festgesetzt. Andere Arbeitsmittel oder Software kann man ausprobieren. Mitarbeiter müssen sich aussuchen können, wie und womit sie arbeiten wollen.“
  6. Über den Tellerrand blicken: Wir haben das Format „12minutesme“ aus Hamburg übernommen. Ehrlich gesagt: wir machen das, damit wir Spass bei der Arbeit haben. „Auch die anderen Formate sind für uns der Blick über den Tellerrand.“ Sie helfen uns in der Branche vernetzt zu sein und zu bleiben.
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SHZ – Schleswig-Holstein
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