Umfrage unter mehr als 2000 Betrieben: So wirkt sich die Corona-Pandemie auf das deutsche Handwerk aus

Umfrage unter mehr als 2000 Betrieben: So wirkt sich die Corona-Pandemie auf das deutsche Handwerk aus

Kirsten Stünkel

(Foto: Aw Creative, Unsplash)

(Juni 2020) Der Zentralverband des Deutschen Handwerks, ZDH, hat im Rahmen seiner Betriebsumfragen zu den Auswirkungen der Pandemie auf die Geschäftstätigkeit von Handwerksbetrieben 2270 Betriebe im Zeitraum vom 13. bis zum 15. Mai 2020 befragt. Die Befragung machte deutlich, dass das deutsche Handwerk immer noch beeinträchtigt ist, die Lockerungen jedoch nach und nach für Entspannung sorgen.

Mit 63 Prozent sind Betriebe am stärksten von Umsatzrückgängen betroffen. Besonders hart trifft es laut Studie den Gesundheitsbereich mit 96 Prozent und der Bereich der persönlichen Dienstleistungen mit 90 Prozent. Für die Betriebe waren außerdem Auftragsstornierungen (45 Prozent) und fehlende Betriebsmittel (33 Prozent) ein Thema. Nun soll sich jedoch die Umsatzlage laut dem ZDH langsam verbessert haben.

Weniger Personalausfälle

Ebenfalls rückläufig soll nun die Zahl der MitarbeiterInnen sein, die aufgrund der Pandemie nicht arbeitsfähig seien. Dazu zählen laut ZDH Infizierte, MitarbeiterInnen in Quarantäne, oder solche, die die Betreuung von Angehörigen zu verantworten hätten – 24 Prozent der MitarbeiterInnen soll dies betreffen. Der Personalausfall soll besonders in  Gesundheitsbetrieben (33 Prozent) und bei Dienstleistern im Handwerk (51 Prozent) spürbar gewesen sein.

Lieferketten weiterhin eingeschränkt

Die Antworten zu Engpässen bei Materialien, Vorprodukten und Komponenten oder Betriebsmitteln sollen sich im Vergleich zur vorherigen Umfrage laut ZDH kaum verändert haben – nach wie vor habe sich die Lage noch nicht wieder normalisiert und würde 33 Prozent der Betriebe betreffen. 

Liquiditätshilfen 

Weiterhin benötigen Betriebe Unterstützung zur Sicherung der Liquidität für die kommende Zeit. Dafür werden werden nicht rückzahlbare staatliche Zuschüsse betrachtet (41 Prozent). Außerdem soll weiterhin, 39 Prozent der Betriebe gaben dies an, ein Zugang zum Kurzarbeitergeld als wichtige Unterstützung gelten. Darüber hinaus relevant sei, so antworteten 31 Prozent der Betriebe, die Stundung von Steuerzahlungen. Bislang kaum in Anspruch genommen sei der KfW-Schnellkredit, den laut ZDH nur fünf Prozent betragt haben. 

Reaktionen der Handwerksbetriebe

In der Befragung wurden darüber hinaus auch die Maßnahmen für Beschäftigte thematisiert. Dementsprechend sollen Kurzarbeit bei 40 Prozent der Betriebe, der Abbau von Arbeitszeitkonten mit 36 Prozent und Urlaub für die Belegschaft mit 31 Prozent als umsetzbare Maßnahmen gelten. 

Hier können Sie die Auswertung der Befragung des ZDH einsehen. 

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