Neue Studie: Für viele Unternehmen wiegt die Klimakrise stärker als Corona

Neue Studie: Für viele Unternehmen wiegt die Klimakrise stärker als Corona

Soenke Schierer

artikel_nachaltigkeit (Foto: Yingchih/Unsplash)
Nachhaltigkeit und Ökologie spielen für Unternehmen eine immer stärkere Rolle. Das bestätigt auch eine neue Umfrage der DBU. (Foto: Yingchih/Unsplash)

(Juni 2020) Welche Werte sind für die Zukunft der Wirtschaft wichtig? Mit dieser Frage beschäftigt sich auch eine neue Umfrage der DBU. NETZfeld hasst die wichtigsten Ergebnisse zusammen.

Was bedeutet die Corona-Krise für den klimafreundlichen Umbau der Wirtschaft? Diese Frage stellt sich auch die “Deutsche Bundesstiftung Umwelt”, kurz DBU, und hat deshalb ein Meinungsbild seiner Projektpartner zum Thema „Corona-Krise und Nachhaltigkeit“ erstellt. Zwischen dem 30. April und 07. Mai 2020 haben sich dafür 686 Projektpartner der DBU, darunter viele Unternehmen, an einer Umfrage beteiligt. NETZfeld fasst die wichtigsten Ergebnisse der Befragung zusammen.

Klimakrise wiegt stärker als Corona

Mit 84 Prozent hat die klare Mehrheit der befragten Projektpartner angegeben, dass sie glauben, dass die Klimakrise langfristig schwerwiegendere Auswirkungen auf die Gesellschaft und auch auf die Wirtschaft haben wird, als die Corona-Krise. Mit 96 Prozent plädieren sogar fast alle befragten Partner dafür, dass in zukünftigen Krisensituationen verstärkt Meinungen und Analysen der Wissenschaft einbezogen werden. 

Investitionen in Nachhaltigkeit

Ebenfalls mehrheitlich haben 70 Prozent der DBU-Partner angegeben, dass es in ihren Augen wichtig oder sogar sehr wichtig ist, dass bei Investitionsprogrammen auf den Schutz der Umwelt und des Klimas, die Reduzierung des Artensterbens, die Förderung der regionalen Wirtschaft und sozialen Gerechtigkeit, und auf die Innovationsförderung geachtet werden soll. Damit sprechen fast zwei Drittel dem Thema Nachhaltigkeit eine der höchsten Bedeutungen für zukünftige Investitionsprogramme zu. 

Konjunkturpakete mit klarem Fokus

Mit einer Zustimmungsrate von 97 Prozent, und damit fast schon einstimmig, sind die Teilnehmer der Umfrage der Meinung, dass bei der Auflage von Konjunkturpaketen und Investitionsprogrammen die Themen Umwelt- und Klimaschutz berücksichtigt werden soll. Außerdem finden es 88 Prozent der Befragten wichtig, den Ausbau von erneuerbaren Energien voranzutreiben, um die Abhängigkeit vom Import fossiler Brennstoffe zu senken.

Wertschätzung für digitale Lösungen steigt

Ebenfalls eine klare Mehrheit der befragten Unternehmen (82 Prozent) hat angegeben, digitale Strukturen und Arbeitsmöglichkeiten aktuell mehr wertzuschätzen, genauso wie regionale Lieferketten und Vertriebsmöglichkeiten. 

Newsletter

Informieren Sie sich über die Zukunft des Mittelstands.

Melden Sie sich hier für unseren Newsletter an.

SHZ – Schleswig-Holstein

Für eine stärkere Nutzung des Homeoffice sprechen sich laut Erhebung rund 75 Prozent, also immerhin zwei Drittel der Befragten, auch für die Zeit nach der Corona-Krise aus. Und digitale Arbeitslösungen könnten sich, geht es nach den befragten DBU-Partnern, in Zukunft auch auf die Reisetätigkeiten auswirken. Demnach befürworten 89 Prozent, also eine klare Mehrheit, eine stärkere Nutzung beispielsweise von Videokonferenzen statt Geschäftsreisen zu fokussieren. Außerdem finden es 93 Prozent der Befragten generell wichtig oder sehr wichtig, sich mit den Folgen der Digitalisierung für die Umwelt zu beschäftigen.

Die komplette Umfrage finden Sie hier.

Teilen Sie den Inhalt: