Chance für UnternehmerInnen: Sprechen Sie auf dem Waterkant persönlich mit ExpertInnen über Ihre Geschäftsidee

Chance für UnternehmerInnen: Sprechen Sie auf dem Waterkant persönlich mit ExpertInnen über Ihre Geschäftsidee

Kirsten Stünkel

Das Waterkant-Festival findet dieses Jahr im Juni digital statt – die Teilnahme ist kostenlos. (Foto: Schierer)

(Mai 2020) Das Start-up und Innovationsfestival Waterkant aus Kiel findet dieses Jahr vom 5.- 26. Juni 2020 virtuell statt. Um das Programm zu verfolgen, stellt eine Internetverbindung die einzige Voraussetzung für TeilnehmerInnen dar – die Teilnahme am Festival ist kostenlos. Ein Teil des Programms: “MatchUP!”. Eine Art Kontaktbörse für den Austausch von GründerInnen und allen Interessierten, die am 12. Juni die Gelegenheit nutzen wollen, sich mit geschäftsführenden GesellschafterInnen aus Norddeutschland über Ideen auszutauschen. Christoph Haß, Leiter der Initiative “NextLevel” in Norddeutschland, berichtet über die Idee und den Aufbau der Veranstaltung, und wie man sich nun noch einen Platz mit den GesprächspartnerInnen ergattern kann.

Das ist das “MatchUP!”-Format

15 Unternehmen aus Norddeutschland, die mit ihren geschäftsführenden GesellschafterInnen vor Ort sind, stehen bereit zum Ideenaustausch mit Interessierten. Dazu können sich Start-ups, Studierende mit Entrepreneur-Projekten, wie auch Freelancer und kleine und mittelständische Unternehmen melden. Über 80 Anfragen haben die Veranstalter bereits für das “MatchUP!”-Format erhalten. Vor Ort sind Unternehmen aus Kiel, Flensburg und Lübeck dabei. Darunter zum Beispiel die EDUR-Pumpenfabrik Eduard Redlien GmbH & Co. KG mit der geschäftsführenden Gesellschafterin Dr. Glenny Holdhof. Oder die HGDF: “Ein Family Office, aber ein stark operatives Office, die Hauptanteilseigner mit über 50 Prozent unter anderem von der Flensburger Brauerei”, weiß Haß. Als Ansprechpartner soll Marius Dethleffsen für HGDF vor Ort sein, der laut Haß auch sehr stark in Start-ups investiert. Auch mit dabei ist die Kielerin Simone Menne, sie ist Aufsichtsrätin von BMW, Deutsche Post und Johnson Controls. “Das ist natürlich auch ein riesen Fund, wenn man mit der Aufsichtsrätin spricht in Bezug auf eine Start-up-Kooperation”, sagt Haß. Bei den Gesprächen ginge es nicht vorrangig um Geld, sondern vor allem Dinge zu lernen – denn die UnternehmerInnen würden ihr Marktwissen mitbringen. In diesem Rahmen eine Kooperation aufzubauen, sei für Start-ups eine gute Möglichkeit. Die Bewerbungen für Gespräche sollen laut Haß bisher nicht nur aus Kiel gekommen sein, sondern mittlerweile aus den unterschiedlichsten Regionen Deutschlands – die ortsunabhängige Teilnahme erlaubt das digitale Format. 

Insgesamt 15 ExpertInnnen stehen Gesprächen zur Verfügung. (Foto: PWC)

So können Sie sich bewerben

Ein Videokonferenz-Tool wird nicht bei dem Format am 12. Juni vorausgesetzt, das Organisationsteam löst die Termine über klassische Terminkalendereinträge. Lediglich bei der Bewerbung soll begründet werden, warum mit einer oder einem bestimmten GesprächspartnerIn gesprochen werden möchte. Die Gespräche dauern ungefähr 20 Minuten. 

Da in diesem Jahr die Treffen ausschließlich digital stattfinden können, soll auch zukünftig geschaut werden, wie es mit diesem Format weitergehen kann. Auch für die UnternehmerInnen regionaler Firmen würde der Austausch Vorteile bringen, denn Start-ups seien besonders schnell in der Lage, ihr Geschäftsmodell zu verändern und anzupassen – daher könne eine Kooperation von Vorteil sein, so Haß. Das persönliche Gespräch zwischen TeilnehmerInnen und UnternehmerInnen solle dabei im Vordergrund stehen und finde daher nicht öffentlich auf einer digitalen Bühne, sondern im geschützten Raum statt.

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SHZ – Schleswig-Holstein

Wie kam es zu “MatchUP!”? 

Ursprünglich besuchte Christoph Haß die Konferenz “Hinterland of Things” in Bielefeld, die für ihn die “coolste Start-up-Digital-Konferenz” darstellt. Dort soll laut ihm die Idee entstanden sein, die nun beim Waterkant Festival umgesetzt wird. Die Bielefelder Konferenz hatte die geschäftsführenden Gesellschafter von Unternehmen wie Miele, Bertelsmann oder Dr. Oetker mit der Start-up-Community der Konferenz vereint. Christoph Haß stellte dann fest: “Das kann doch nicht sein, dass wir es in Schleswig-Holstein im Norden nicht hinbekommen unsere führenden Unternehmen mit der Start-up-Szene zu vernetzen.” Er habe schon häufiger am Waterkant Festival teilgenommen. Bisher hat ihm aber “der Unternehmensbezug gefehlt, dass die Corporates (Anm. der Redaktion: die Unternehmen) dort auch aktiv sind” – daher wollte Christoph Haß die lokale Wirtschaft stärker mit einbinden. 

Offenheit ist gefragt

Christoph Haß’ Wunsch ist erst einmal mehr Offenheit: “Mir geht es nur darum: Lasst uns doch mal sprechen, also Start-Up, Mittelstand – wie kann man was machen. Es muss ja nichts nachher passieren, es muss ja keiner investieren, oder Angst haben.” Norddeutschland zeichne aus, das es kaufmännisch sei, das es bodenständig sei, nicht so abgehoben – und das sollte man nach Christoph Haß auch nutzen. 

Hier kann man sich noch bis zum 31. Mai für die Gespräche bewerben.

Zur Person: Christoph Haß arbeitet eigentlich bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PWC, die diese Veranstaltung gemeinsam mit der Kieler Wirtschaftsförderung unterstützt. Er hat bereits gegründet und ist bei PWC nicht nur klassisch für die Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung zuständig, sondern leitet den Bereich Start-up. Außerdem engagiert er sich für die Initiative “NextLevel” zur Unterstützung von Start-ups in Norddeutschland. Auch beim Bundesverband deutscher Start-ups leitet er die Regionalgruppe im Norden und ist so auf vielfältige Art und Weise engagiert und vernetzt in der Gründer-Community auch über den Norden Deutschlands hinaus.

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