Bloß kein Aktionismus: Drei Tipps vom Online-Marketing-Experten für Ihr Geschäftsmodell

Bloß kein Aktionismus: Drei Tipps vom Online-Marketing-Experten für Ihr Geschäftsmodell

Marlene Borchardt

Michael Möller ist Online-Marketing-Experte der Agentur MSO Digital. (Foto: Möller)

(Mai 2020) Sie suchen nach neuen digitalen Geschäftsmodellen und fragen sich: wo soll man als Unternehmerin oder Unternehmer beginnen? Michael Möller (33), Online-Marketing-Experte der Agentur MSO Digital gibt drei wertvolle Tipps.

Zuallererst die beruhigende Nachricht: “Bloß kein Aktionismus” so Möller. “Nicht einfach Kohle für eine Webseite raushauen.” Selbst in Krisenzeiten wie während der Corona-Krise müsse man sich Zeit geben und eine Bestandsaufnahme durchführen und sich Wissen aneignen.”

Die weniger beruhigende Nachricht: “Eine allgemeingültige Lösung für alle gibt es eh nicht.” Trotzdem hat der Experte ein paar einfache Tipps: 

Tipp 1: Bestandsaufnahme der eigenen digitalen Präsenz. 

Wem klar wird, dass das eigene Geschäft noch nicht online vertreten ist, der kann sich bei “Google my Business” anmelden, so Möller. Das sind die Einträge, die dann lokal gefunden werden (https://www.google.com/intl/de_de/business/). So muss man sich keine eigene Webseite anlegen, aber kann dennoch im Netz mit Bildern, Ladenöffnungszeiten und sogar Artikeln vertreten sein. Oftmals ist der eigene Laden auch schon ohne eigenes zutun Online, da Google sich die Informationen der Gelben Seiten gezogen hat, dennoch: “Bilder können hinzugefügt werden und auch Ladenöffnungszeiten angepasst.” Diese Möglichkeiten sollten unbedingt ausgeschöpft werden. 

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SHZ – Schleswig-Holstein

Wer schon Inhaber einer Webseite ist, sollte auch hier genau hinsehen, so Möller. Wenn sich zum Beispiel die Ladenöffnungszeiten verändert haben, es einen Abhol- oder Lieferservice oder neue Angebote gibt, sollten diese direkt bei Aufruf der Seite auffindbar sein. Außerdem kann die eigene Webseite optimiert werden: “Man kann sich da viel autodidaktisch aneignen und auch überlegen wofür man eigentlich einen Experten engagieren muss”, so Möller. Das helfe auch nach Krisen, um mit Experten auf Augenhöhe sprechen zu können. 

Tipp 2: Wie kann man analoge Angebote digital verfügbar machen? 

“Man muss sich die Frage stellen: Kann ich Dienstleistungen, die ich habe, online anbieten?” So hat es zum Beispiel die “Alte Posthalterei” in Lingen an der Ems gemacht, die nun am Samstagabend digitale Bierverkostungen anbietet und dafür Bierpakete nach Hause versendet.  (https://www.noz.de/lokales/lingen/artikel/2021317/digitale-bierprobe-live-aus-lingens-alter-posthalterei) “Das ist ein richtig gutes Beispiel”, so Möller. Und auch der Buchladen könne ja Lesungen online anbieten, der Steuerberater Live-Tipps geben, die Kosmetikerin auf Youtube Tutorials geben. Das müsse nicht immer hochprofessionell sein, sondern authentisch. “Das sind auch kostenlose Tipps, das bringt nicht immer Geld, aber es ist Eigenmarketing”, sagt Möller. Natürlich, und da dürfe man sich nichts vormachen, wird das auch nicht bei jedem klappen. 

Tipp 3: Empathie – was brauchen meine Kundinnen und Kunden jetzt? 

Die Lebensgewohnheiten der Menschen haben sich zum Beispiel in der Corona-Krise ad hoc verändert. Viele Menschen waren mehr zuhause, plagten sich mit Homeschooling und Homeoffice, andere machten sich massive Sorgen, manche hatten auch mehr Zeit. Möller, der auch ein Gaming-Portal betreibt, fiel zum Beispiel auf, dass Menschen aktuell zwanzig mal so oft wie sonst auf seinen Artikel “Playstation 4 Spiele für Frauen und Mädchen” klickten. Er sagt: “Nach sowas kann ich nun aktiv recherchieren, ich muss als Unternehmerin oder Unternehmer kreative Ideen entwickeln. Hierbei hilft es zu überlegen: Was kann meine Zielgruppe zum Beispiel zuhause machen, was kann ich von meinen Produkten anbieten?”  Wichtig sei hierbei nicht wahllos zu werden und zum Beispiel keine Corona-Artikel zu schreiben, weil dieser Begriff gerade viel im Internet gesucht wird, sondern seine eigene Zielgruppe noch besser zu bedienen. 

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